Der autonome Store: Storekonzepte der Zukunft

Die nächste Generation der Preisauszeichnung im Einzelhandel

Self-Checkout per App, autonomes Einkaufen und KI-gesteuerte Systeme – der Einzelhandel befindet sich auf dem Weg in die personelle Unabhängigkeit. Eine Notwendigkeit mit Blick auf den Fachkräftemangel. Die passenden Technologien für autonome Stores stehen bereit und werden eigentlich von allen ernstzunehmenden Einzelhandelsunternehmen getestet. Vom regionalen 24/7-Dorfladen auf Vertrauensbasis bis hin zum komplexen Smart Store existieren auch in Deutschland bereits verschiedenste Storekonzepte, die in Zukunft die traditionelle Art des Einkaufens ablösen könnten.

Für diesen Blogartikel haben wir exemplarisch einige Konzepte für autonomes Einkaufen im Raum Baden-Württemberg unter die Lupe genommen. Außerdem widmen wir uns den Vorteilen und Herausforderungen bei der Realisierung autonomer Stores.

Konzept autonomer Store: Das Wichtigste auf einen Blick

  • Ein autonomer Store benötigt kein (oder deutlich weniger) Personal, da alle Arbeitsschritte automatisiert ablaufen.
  • Autonome Supermärkte und Stores schaffen eine reibungslose und deutlich schnellere Einkaufserfahrung für die Kunden.
  • Der Einsatz von moderner Technologie ermöglicht die effiziente Anpassung an verschiedene Standorte, Produkte und Kundenanforderungen.
  • Erste autonome Stores von kleineren sowie größeren Anbietern wie etwa shop.box, Rewe, Aldi Süd oder Amazon erfahren bereits großen Kundenzuspruch. Die Resonanz in den Märkten ist als überwiegend positiv zu werten.

Autonomes Einkaufen: Beispiele aus der Praxis

Autonomes Einkaufen ist längst keine Zukunftsmusik mehr, sondern wurde an einigen Standorten bereits in die Praxis umgesetzt. Nachfolgend haben wir einige autonome Stores der Retail-Branche im Raum Baden-Württemberg für Sie unter die Lupe genommen.

shop.box: ein autonomer Store mit Bedarfsartikeln

Die futuristisch wirkende shop.box befindet sich auf dem Bildungscampus der Dieter-Schwarz-Stiftung in Heilbronn und versorgt Studenten rund um die Uhr mit Snacks, Getränken und anderen Artikeln des täglichen Bedarfs. Der Shop kommt ganz ohne Mitarbeiter aus: Für den Einlass und Einkauf wird lediglich die shop.box-App auf dem eigenen Smartphone benötigt, bei der man sich mit der Studenten-ID anmeldet. Mittels Kamera- und Sensor-Technologie sowie künstlicher Intelligenz erfasst das System die Bewegungen der Kunden, erkennt die Entnahme von Artikeln aus Regalen und generiert daraus einen digitalen Warenkorb. Die Bezahlung im autonomen Store erfolgt dann automatisch beim Verlassen des Shops über das in der App hinterlegte Zahlungsmittel – ganz ohne Checkout.

küblerGo: der autonome Supermarkt

Ein ähnliches Konzept verfolgt der autonome 24/7-Pick&Go-Supermarkt küblerGo, der Einkaufen für seine Kunden in Stuttgart mithilfe digitaler Technik zum Erlebnis machen möchte. Auch hier erfolgen der Einlass und die Bezahlung über eine eigene App auf dem Smartphone. Kameras, Sensorik und künstliche Intelligenz erkennen dann den Kunden und was er aus dem Regal nimmt – so soll es zumindest in Zukunft funktionieren, denn aktuell müssen die Kunden ihre Einkäufe noch an einem Self-Checkout-Terminal scannen und bezahlen. Doch KüblerGo arbeitet mit Hochdruck an der Implementierung von Systemen, um am Standort einen wahrlich autonomen Supermarkt bieten zu können.

Roberta Goods: Bestell-Screens & automatisierte Warenlager

Der vollautomatisierte und kassenlose Convenience Store Roberta Goods in Stuttgart arbeitet dagegen mit Bestell-Screens. Über die Touchscreens können Kunden jederzeit einzelne Produkte in den Warenkorb legen und bargeldlos bezahlen. Über das automatisierte Warenlager im Hintergrund erfolgt dann die Zusammenstellung der Produkte, bis die Bestellung schließlich durch ein Ausgabefach entgegengenommen werden kann. Einige Produkte wie Kaffee, Brot, Obst und Gemüse befinden sich zur Selbstbedienung im Vorraum und können vom Kunden ausgewählt, über einen Scanner am Bestell-Bildschirm gescannt und so ebenfalls dem digitalen Warenkorb des autonomen Stores hinzugefügt werden.

Tante-M: 24/7-Stores für den ländlichen Raum

Die Tante-M Dorfläden sind auf den ländlichen Raum ausgelegt und haben neben den Artikeln des täglichen Bedarfs auch viele regionale Lebensmittel im Sortiment. Weil die Läden ohne Verkaufspersonal auskommen und dadurch rund um die Uhr geöffnet bleiben können, lohnt sich der Betrieb auch bei geringerem Kundenverkehr. Die Kunden scannen ihren Einkauf an einer Self-Checkout Kasse selbst ein und bezahlen diesen dann bargeldlos. Das Konzept setzt ein hohes Maß an Vertrauen voraus – den autonomen Store kann jeder betreten und er wird lediglich über einige Kameras überwacht.

tegut… teo: Lösung per App oder Selfscanning-Kasse

Auch der moderne Supermarkt teo ist auf den durchgehenden 24/-Betrieb ausgelegt und fällt durch seine besondere Architektur direkt ins Auge. Kunden können sich entweder die tegut… teo-App für den Zutritt und Einkauf herunterladen oder ihre Girokarte dafür nutzen. Nutzer der App können ihre Produkte schon während des Einkaufs einscannen, alle anderen Kunden können dies auch noch an den Selfscanning-Kassen erledigen. Das Bezahlen im autonomen Supermarkt erfolgt dann bargeldlos und ohne Wartezeit ebenfalls über die digitalen Selfscanning-Kassen mit Touchdisplays.

Technologischer Background – Die passende Technik

Neben den hier vorgestellten Storekonzepten gibt es noch eine Vielzahl anderer Konzepte, die im Grunde alle eine Gemeinsamkeit haben: Der Einsatz moderner, digitaler Technologien. So lässt sich beispielsweise beobachten, dass fast alle Stores — ob jene oben vorgestellte oder große Player wie Rewe, Aldi Süd oder Amazon — mit elektronischen Preisschildern (ESL) arbeiten, um die Preisauszeichnung schnell, preiswert und einfach umsetzen zu können. Ohne Personalaufwand und aus der Ferne. Alle autonomen Stores bieten berührungsloses Bezahlen an und sind mit einem umfangreichen Kamerasystem ausgestattet. Zum einen aus Sicherheitsgründen, aber auch für die Zuordnung der Waren zum Kunden. Je autonomer der Store, desto mehr Kameras sind darin zu finden. Aber auch der Einsatz von Apps für Scan & Go und die Einbeziehung von Online-Stores sind vielversprechende Ansätze.

Die Software PRESTIGEenterprise bietet dafür die passende technologische Basis und ermöglich es Händlern, ihre Preisauszeichnung und Werbekommunikation auch in den Storekonzepten der Zukunft gewinnbringend umzusetzen. Digital Signage Lösungen wie Infoterminals, Kassensysteme mit Touchscreens, digitale Regale und ESL-Anbindungen gehören schon heute zu den Ausgabemedien, die mit PRESTIGEenterprise ganz einfach angesteuert und bespielt werden können. Aber auch mobile Lösungen wie beispielsweise Scan&Go Systeme lassen sich mithilfe von PRESTIGEenterprise realisieren. So bieten die Technologien der Online-Software AG optimale Bedingungen, um autonome Stores zu eröffnen und zuverlässige, aufeinander abgestimmte Systeme zu implementieren.

Fazit zur Nutzung künstlicher Intelligenz beim Einkaufen

Viele der bereits existierenden Storekonzepte haben zukunftsfähige Ansätze und funktionieren weitestgehend – so unser Eindruck. Es wird aber noch viel getestet und die Technologien weiter ausgebaut, um einen reibungslosen Einkauf zu ermöglichen. Besonders die 24/7-Produktverfügbarkeit in den autonomen Märkten findet seitens der Kunden viel Zuspruch. Es gibt in unseren Augen aber auch noch einige Herausforderungen, mit denen sich die Shops auch zukünftig weiter auseinandersetzen müssen: Diebstahl ist trotz Kameraüberwachung ein präsentes Thema. Wie stark kann die Retail-Branche hier beispielsweise über Zugangsbeschränkungen gegensteuern? Wie groß sind die Kosten durch (mehr) Diebstahl wirklich und werden diese durch reduzierte Personalaufwandskosten relativiert? Wie geht man mit dem großen Thema Datenschutz bei so viel Überwachung in autonomen Stores um? Inwiefern kann man das Einkaufserlebnis mit den Daten der Kameras verbessern? Stichwort personalisierte Kundenanspreche am Bildschirm. Klar ist, dass die Preis- und Werbekommunikation in diesen Märkten auf ein neues Level gehoben werden kann. Wir sind gespannt, in welchem Tempo unsere deutschen Händler nun auf die neuen Möglichkeiten reagieren.

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FAQ: Häufig gestellte Fragen zum Thema autonome Stores

Was zeichnet einen autonomen Store aus?

Ein autonomer Store ist ein Einzelhandelsgeschäft, das weitgehend oder vollständig auf automatisierte Technologien und Systeme setzt, um den Einkaufsprozess für Kunden zu ermöglichen. Dabei müssen keine menschlichen Mitarbeiter direkt anwesend sein. Diese Geschäfte nutzen verschiedene Technologien wie Sensoren, künstliche Intelligenz (KI), maschinelles Lernen, Kameras und das Internet der Dinge (IoT), um den gesamten Einkaufsprozess zu automatisieren.

Kunden können in autonomen Geschäften Artikel wie etwa Lebensmittel kaufen und den Bezahlvorgang ohne die Notwendigkeit von klassischen Kassen oder menschlichen Kassierern abschließen. Technologien wie Apps oder Sensoren kümmern sich automatisch um den Zahlungsvorgang.

Ein bekanntes Praxis-Beispiel für autonome Stores ist Amazon Go. Hier wird das sogenannte „Just Walk Out“-Konzept genutzt, dass ein vollständig kassenloses Einkaufserlebnis ermöglicht. Kunden greifen sich die Produkte, die sie kaufen möchten und verlassen einfach den Laden. Die Technologie erkennt, welche Produkte mitgenommen wurden, und stellt den Betrag automatisch in Rechnung.

Welche Vorteile bieten autonome Stores?

  • Bequemlichkeit und Schnelligkeit: Kunden können Produkte auswählen und den Laden verlassen, ohne an der Kasse anstehen zu müssen. Dies spart Zeit und macht den Einkauf schneller und bequemer.
  • Reduzierte Kosten: Durch den Einsatz von automatisierten Systemen können Geschäftsinhaber die Personalkosten reduzieren und dennoch die Effizienz der Betriebsabläufe steigern.
  • Skalierbarkeit und Flexibilität: Autonome Store-Konzepte lassen sich relativ einfach an verschiedene Standorte und Geschäftsumgebungen anpassen. So garantieren sie ein hohes Maß an Skalierbarkeit sowie Flexibilität und können auf Veränderungen des Marktes entsprechend reagieren.
  • Innovationsvorsprung: Unternehmen, die jetzt autonome Stores eröffnen, können sich als Vorreiter in der Branche positionieren und Innovationen im Einzelhandel vorantreiben.

Welche Herausforderungen gibt es bei der Implementierung autonomer Stores?

  • Technologische Komplexität: Die Integration verschiedener Technologien wie Sensoren, Kameras, KI-Algorithmen und IoT-Geräte erfordert eine komplexe Infrastruktur, die zuverlässig miteinander synchronisiert sein muss.
  • Wartung: Die Technologie in autonomen Stores erfordert regelmäßige Wartung, um Ausfälle zu vermeiden. Damit die Systeme im Markt reibungslos funktionieren können, müssen sie regelmäßig überprüft werden.
  • Akzeptanz der Kunden: Nicht alle Kunden sind bereit, sich auf neue, automatisierte Einkaufserfahrungen einzulassen. Insbesondere Menschen mit wenig Medien- und Technikkompetenz gilt es zu überzeugen und an der Hand zu nehmen.

Die Online Software AG ist Ihr kompetenter Ansprechpartner für die Realisierung autonomer Stores. Mit unserer POS-Marketing-Software bieten wir Ihnen darüber hinaus zahlreiche effektive Möglichkeiten zur Werbekommunikation am Point of Sale.

Die Autoren

Sandy Heinzmann & Leah Knebel